Demonstration gegen Sozialstaatsabbau

12.000 Menschen demonstrieren in Berlin für einen gerechten Sozialstaat

26.09.2026 | Unter dem Motto „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente“ haben in Berlin am 26. September rund 12.000 Menschen eindrucksvoll gegen Kürzungen beim Sozialstaat und Verschlechterungen bei der Arbeit demonstriert. Mit dabei waren auch zahlreiche Metallerinnen und Metaller aus Betrieben aus dem Einzugsbereich der IG Metall-Geschäftsstelle Oranienburg-Potsdam.

An der Demonstration für einen gerechten Sozialstaat durch das Zentrum Berlins am 26. September beteiligten sich rund 12.000 Menschen. - Fotos: Volker Wartmann

Das Motto der Demonstration lautete "Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente".

Auch zahlreiche Metallerinnen und Metaller aus dem Einzugsbereich der IG Metall-Geschäftsstelle Oranienburg-Potsdam nahmen an der Protestveranstaltung teil.

Die Vorsitzenden des DGB Berlin-Brandenburg Katja Karger (links) und Nele Techen (rechts) freuten sich bei der Abschlusskundgebung vor dem Roten Rathaus über die hohe Teilnehmerzahl.

Unter anderem waren mehrere Kolleginnen und Kollegen von Voestalpine in Kirchmöser nach Berlin gekommen.

Auch Metaller von Mahle aus Wustermark zeigten in der Hauptstadt Präsenz.

Aus Hennigsdorf waren Beschäftigte von Alstom bei der Demonstration dabei.

Protest und gute Laune müssen kein Widerspruch sein. Foto: IG Metall Oranienburg-Potsdam

Laut und fahnenschwenkend zogen die Demonstrierenden von der IG Metall-Zentrale der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen an der Alten Jakobstraße in Kreuzberg zum Roten Rathaus in Mitte, wo bei heiterem Spätsommerwetter die Abschlusskundgebung stattfand. Wiederholt riefen die Teilnehmenden im Chor: „Merz, leck Eier.“

Bei der Abschlusskundgebung vor dem Roten Rathaus stellte Jürgen Kerner, zweiter Vorsitzender der IG Metall, unmissverständlich klar: „Wer den 8-Stunden-Tag abschaffen und befristete Arbeitsverträge zum Standard machen will, an unserer Gesundheit spart und meint, die Rente weiter kürzen zu können, wird bei uns Gewerkschaften auf harten Widerstand stoßen.“ Soziale Hilfen zu kürzen sei unsozial, betonte Kerner. „Wir fordern Reformen, keine Verzichtdebatten“, sagte Kerner. „Beschäftigte müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Rechte geschützt und sie bei Gesundheit, Pflege und Rente gut abgesichert sind. Das sind keine Geschenke. Dafür zahlen wir Beiträge – und zwar nicht zu knapp.“

Auch Katja Karger, Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, unterstrich die Notwendigkeit, die geplanten Reformen auf den Prüfstand zu stellen. Sie warnte vor einem gesellschaftlichen Klima der Spaltung. „Wir als Gewerkschaften stehen für soziale Sicherheit, Zusammenhalt und bezahlbares Wohnen“, sagte Karger. „Wenn jetzt das soziale Sicherungsnetz große Löcher bekommt, hat das Sprengkraft. Wir rufen die Bundesregierung dazu auf, den Menschen Sicherheit zu geben und Zusammenhalt zu fördern.“

Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, verwies auf die Geschlechterdimension der geplanten Reformen. „Diese belasten insbesondere Frauen und Familien, ohne dass damit nur ein neuer Arbeitsplatz geschaffen wäre“, sagte Techen. „Auch die geplanten Rentenkürzungen treffen Frauen besonders hart. Dem stellen wir uns ganz klar entgegen.“

Die junge Metallerin Stefani Jovanovic forderte bei ihrer Ansprache an die Demonstrierenden Solidarität und Entschlossenheit. „Uns darf der 8-Stunden-Tag und alle Errungenschaften, die wir und ältere Generationen vor uns erkämpft haben, nicht weggenommen werden“, sagte Jovanovic. „Wir stehen zusammen und wir kämpfen zusammen für unseren Sozialstaat. Solidarisch, respektvoll und für unsere Gesellschaft.“

Nach Angaben des DGB nahmen an diesem Tag bundesweit rund 175.000 Menschen in 15 Städten an Protestkundgebungen gegen den Abbau des Sozialstaates teil.

 

Von: vw

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