IG Metall Oranienburg und Potsdam
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19.07.2019, 14:07 Uhr

Angleichung Arbeitszeit Ost

35 jetzt! Bombardier-Beschäftigte in Hennigsdorf senden ein deutliches Signal in Richtung Arbeitgeber

  • 10.05.2019
  • Aktuelles

„Freitags sehen wir rot.“ So lautete das Motto der Protestaktion bei Bombardier am Standort Hennigsdorf am Freitag, 10. Mai, bei der die Beschäftigten ihre Unterstützung der IG Metall zur flächendeckenden Einführung der 35-Stunden-Woche bekundeten. Metaller und Betriebsratsmitglied Stephan Bischof kündigte bei der Informationsveranstaltung an: „Ab jetzt wollen die Beschäftigten immer freitags das rote T-Shirt zur 35-Stunden-Woche tragen, um ein Zeichen zu setzen, dass 30 Jahre nach Mauerfall auch die Mauer zwischen Ost und West bei der wöchentlichen Arbeitszeit fallen muss.“

Stefanie Jahn von der IG Metall informiert die Beschäftigten über den aktuellen Stand der Verhandlungen zur Arbeitszeitverkürzung. Fotos: IG Metall

Klares Signal Richtung Arbeitgeber: Ab jetzt lautet das Motto der Kolleginnen und Kollegen am Ende jeder Arbeitswoche: "Freitags sehen wir rot."

Vor der Veranstaltung waren Vertrauensleute der IG Metall durch die Produktionshallen gegangen und hatten die Beschäftigten mit roten T-Shirts beschenkt, auf denen groß die klare Botschaft steht: „35 reicht – keine Zeit für neue Mauern“. Die Kolleginnen und Kollegen nahmen die T-Shirts gerne an und zogen sie auch umgehend an.

 

Stefanie Jahn, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Potsdam-Oranienburg, sagte zum aktuellen Stand der Verhandlungen der IG Metall mit dem Arbeitgeberverband: „Wir stehen gerade an einer Sollbruchstelle: Entweder der Arbeitsgeberverband geht auf unsere Forderung nach einer flächendeckenden Einführung der 35-Stunden-Woche ein oder wir werden Betrieb für Betrieb für die Umsetzung der Arbeitszeitverkürzung kämpfen“, so Jahn. „Die Beschäftigten haben kein Verständnis für ein weiteres Verzögern der Arbeitszeitverkürzung. Wir wollen einen Abschluss ohne Wenn und Aber und ohne weitere Zugeständnisse, der schnellstens umgesetzt wird.“

 

Die IG Metall verhandelt derzeit mit den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie über die Angleichung der Arbeitszeit. In der dritten Runde am Freitag, 3. Mai, in Magdeburg hatte es keinen Durchbruch gegeben. Die IG Metall will eine verbindliche Regelung zu einer Verkürzung der Arbeitszeit erreichen. Dafür braucht es einen Tarifvertrag mit klar definierten Zeiträumen zur Absenkung der Arbeitszeit. Das Modell der IG Metall sieht vor, dass die Arbeitszeitverkürzung bis 2030 in allen tarifgebundenen Betrieben komplett umgesetzt sein muss. Der Tarifvertrag soll einen Einführungskorridor mit Bandbreitenmodell regeln. „Dieses Modell enthält bereits weitgehende Kompromisslinien und damit ein deutliches Angebot an die Arbeitgeber“, sagte Olivier Höbel, Bezirksleiter im IG Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Es kommt für uns nicht in Frage, die Regelung der Arbeitszeit ausschließlich an die Betriebsparteien zu delegieren.“

 

Dem Vorhaben der Arbeitgeber aus der Arbeitszeitverkürzung eine dauerhafte bezahlte Verlängerung der Wochenarbeitszeit zu machen, hat die Gesprächskommission eine klare Absage erteilt. „Die Arbeitgeber müssen sich jetzt bewegen und die Signale der Belegschaften ernst nehmen“, sagte Olivier Höbel.

Das nächste Gespräch mit den Arbeitgebern findet am 21. Mai in Berlin statt. „Bis dahin erwarten wir einen konstruktiven Vorschlag, um das gemeinsame Ziel einer Einigung im ersten Halbjahr zu ermöglichen“, so Olivier Höbel. Gleichzeitig stellte er aber auch unmissverständlich klar: „Eine Einigung um jeden Preis wird es mit uns nicht geben.“

An den Aktionstagen für die Angleichung der Wochenarbeitszeiten in Ostdeutschland an den Westen haben sich zwischen dem 6. und 10. Mai Kolleginnen und Kollegen aus mehr als 20 Betrieben in Berlin, Brandenburg und Sachsen beteiligt.



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