Aktive Pause

Beschäftigte bei BBV Feuerverzinkung in Kirchmöser protestieren gegen Schließungspläne

12.09.2025 | Am Freitag, 12. September, haben die Beschäftigten bei BBV Feuerverzinkung in Kirchmöser mit einer aktiven Pause vor dem Werktor zwischen 11.30 und 12.00 Uhr unübersehbar und lautstark gegen die Schließungspläne ihres Arbeitgebers protestiert.

An der Protestaktion gegen die Schließungspläne der BBV Feuerverzinkung in Kirchmöser am 12. September beteiligten sich sämtliche Kolleginnen und Kollegen. - Fotos: IG Metall

Die Kolleginnen und Kollegen bei BBV Feuerverzinkung in Kirchmöser nehmen die Schließungspläne nicht widerstandslos hin.

Für die Kolleginnen und Kollegen gibt es nur zwei Optionen: Zukunft oder Widerstand.

An diesem Tag fand die erste Verhandlung zwischen dem Betriebsrat und der Geschäftsführung der BBV über einen Interessenausgleich in Kirchmöser statt. Sämtliche anwesenden Beschäftigten empfingen die Geschäftsführung der BBV vor dem Werk lautstark mit Trillerpfeifen, Bengalos und Protestplakaten. Mit ihrer Protestaktion haben die Kolleginnen und Kollegen eindrucksvoll und geschlossen demonstriert, dass sie die Schließungspläne nicht widerstandslos hinnehmen wollen. Sollte die Geschäftsführung ihre Schließungspläne wie geplant umsetzen, verlören 35 Beschäftigte in Kirchmöser ihren Arbeitsplatz.

Hintergrund: Die BBV gehört zur Meiser Gruppe. Die Meiser Gruppe hatte kürzlich verkündet, den Geschäftsbetrieb der BBV Feuerverzinkung am Standort Kirchmöser zum 30. September einzustellen. Nach eigenen Angaben will die Meiser Gruppe die Produktion an ihrem Standort im Saarland konzentrieren. Pikant dabei: Die Meiser Gruppe hatte die BBV erst vor zwei Jahren von der Volkmann-Gruppe übernommen.

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte die Meiser Gruppe das Leitplankenwerk BBV Baustahl- und Blechverarbeitung am Standort Kirchmöser geschlossen. Annähernd 100 Beschäftigte verloren dadurch ihren Arbeitsplatz. Bereits 2024 hatte der Betriebsrat mit Unterstützung der IG Metall den Arbeitgeber zu Interessenausgleichverhandlungen aufgefordert, weil er befürchtete, dass die Schließung des BBV Leitplankenwerks Auswirkungen auf die BBV Feuerverzinkung haben wird. Die Geschäftsführung versicherte damals – Ende 2024 – dass dem nicht so sei. Ganz offensichtlich war diese Aussage eine Lüge.

„Die Beschäftigten fordern, an einer Zukunftsstrategie zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze beteiligt zu werden“, sagte Nico Faupel, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Oranienburg-Potsdam. Es sei eine Frage des Respekts und der Wertschätzung, dass der Arbeitgeber mit seinen Beschäftigten in dieser Situation auf Augenhöhe über die Zukunft ihrer Arbeitsplätze verhandelt, so Faupel. „Bloßes Wegrationalisieren ohne jegliche Perspektive für die Kolleginnen und Kollegen ist das Gegenteil von Wertschätzung und Respekt“, betonte Nico Faupel. Er kündigte an: „Die Beschäftigten sind gewerkschaftlich gut organisiert und bereit, für ihre berechtigten Interessen zu kämpfen. Für sie gibt es nur zwei Optionen: Zukunft oder Widerstand.“

 

Von: vw

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