Tarifabschluss erzielt

Beschäftigte im Metallhandwerk bekommen 3,85 Prozent mehr Geld

09.07.2026 | Die IG Metall und der Landesinnungsverband Berlin-Brandenburg haben am 9. Juli 2026 eine Einigung über einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten im Metallhandwerk in Berlin und Brandenburg erzielt. Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze: Die Kolleginnen und Kollegen bekommen ab dem 1. Juli 3,85 Prozent mehr Geld. Das heißt konkret: Das Eckentgelt Hauptstufe (100 %) steigt um 65 Cent je Stunde auf 17,55 Euro.

Die Beschäftigten im Metallhandwerk haben während der Tarifverhandlungen Stärke demonstriert. (Auf dem Bild sind Kollegen während eines Warnstreiks bei Hellmers Fahrzeugbau in Wittstock/Dosse am 8. Juli zu sehen.) - Foto: Volker Wartmann

Für den Zeitraum zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2026 erhalten die Beschäftigten eine Einmalmalzahlung in Höhe von 600 Euro, die spätestens im September 2026 ausgezahlt wird.

Die Ausbildungsvergütungen steigen in allen Ausbildungsjahren ab dem 1. Juli 2026 um 50 Euro im Monat. Das bedeutet, ein Auszubildender im ersten Ausbildungsjahr erhält dann 830 Euro statt bisher 780 Euro. Außerdem erhalten Auszubildende für den Zeitraum zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2026 eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro.

Als neue soziale Komponente wird der Urlaubstarifvertrag erweitert. Beschäftigte in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis erhalten ab 2026 jährlich eine steuer- und sozialversicherungsfreie Erholungsbeihilfe in Höhe von 156 Euro netto.

Die IG Metall und der Landesinnungsverband Berlin-Brandenburg haben eine Erklärungsfrist bis zum 14. August 2026 vereinbart, weil der Landesinnungsverband das Ergebnis in den kommenden Tagen und Wochen noch mit seinen Mitgliedern besprechen möchte. Die Verhandlungskommission der IG Metall hat dem erzielten Ergebnis bereits zugestimmt. Wenn der Landesinnungsverband bis zum 14. August nicht widerspricht, gilt der Tarifvertrag in der vereinbarten Form. Der Tarifvertrag ist erstmals zum 31. Dezember 2026 kündbar.

„Dank des Einsatzes und des starken Engagements der Beschäftigten in mehreren Metallhandwerk-Betrieben ist es uns gelungen, alle drei Elemente unserer Tarifforderung mit einem guten Ergebnis umzusetzen“, sagt Ralf Köhler, Verhandlungsführer der IG Metall. „Wir erkennen an, dass sich die Arbeitgeber im Innungsverband ihrer Verantwortung gestellt haben und mit uns gemeinsam faire Tarifkonditionen vereinbart haben.“

Auch Stefanie Jahn, Geschäftsführerin der IG Metall Oranienburg-Potsdam und Mitglied der Verhandlungskommission, wertet das Ergebnis als Erfolg. „Wir sind in allen drei Forderungsbereichen – spürbare Lohnerhöhung, überproportional höhere Ausbildungsvergütung, Einführung einer Sonderzahlung – ein gutes Stück vorangekommen“, betont Jahn. Angesichts der Laufzeit des Tarifvertrags bis Ende 2026 fügt sie hinzu: „Nach der Tarifrunde ist vor der Tarifrunde. Wir werden uns bereits im Herbst wieder zusammensetzen und gemeinsam mit den Beschäftigten diskutieren, wie unsere Forderungen für 2027 aussehen sollen.“ Stefanie Jahn unterstrich: „Wenn wir unsere Stärke in den Betrieben weiterhin dauerhaft und konsequent zeigen, können wir auch beim nächsten Mal selbstbewusst in die Verhandlungen gehen.“

Einen ersten Verhandlungstermin für die nächste Tarifrunde haben die IG Metall und der Landesinnungsverband Berlin-Brandenburg bereits vereinbart: 11. November 2026.

 

 

Von: vw

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