IG Metall Oranienburg und Potsdam
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11.04.2021, 06:04 Uhr

Stefanie Jahn über Carmen Bahlo

„Carmen Bahlo - gewerkschaftliche Energie für ganz Ostdeutschland.“

  • 31.03.2021
  • Aktuelles

Carmen Bahlo war 25 Jahre Betriebsratsvorsitzende bei ZF Getriebe in Brandenburg an der Havel und 20 Jahre ehrenamtliches Vorstandsmitglied der IG Metall für den Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen. Ende 2020 hat sie sich im Alter von 58 Jahren aus dem Betrieb zurückgezogen und den Betriebsratsvorsitz an ihren Stellvertreter übergeben. Kürzlich hat sie auch ihr IG Metall-Vorstandsmandat niedergelegt. Stefanie Jahn, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Oranienburg-Potsdam, würdigt Carmen Bahlo als eine Persönlichkeit, die „die Gewerkschaftsarbeit in Ostdeutschland mehr als ein Vierteljahrhundert lang entscheidend mitgeprägt“ hat.

Ein gutes Team: Carmen Bahlo (links) und Stefanie Jahn (rechts). - Foto: Volker Wartmann

„Carmen Bahlo hinterlässt große Fußstapfen. Sie war in den vergangenen Jahrzehnten eine prägende Figur nicht nur im ZF-Konzern, auch in der Stadt Brandenburg/Havel und in der gesamten Region hat sie Menschen angesprochen, überzeugt und auf ihren Weg mitgenommen. Carmen war in den vergangenen 25 Jahren eine entscheidende gewerkschaftliche Power für ganz Ostdeutschland.

Ihre Haltung war jederzeit kämpferisch, sie hatte unglaublichen Mut. Gegenüber Forderungen von Arbeitgebern, die sie für unangemessen hielt, hat sie immer großen Widerstand geleistet. Sie hat ihre Überzeugung für die Sache und ihr wesentliches Ziel nie aus den Augen verloren: die Schaffung gleicher Arbeits- und Lebensbedingungen in Ost und West. Auch nach Niederlagen wie dem Scheitern der Einführung der 35-Stunden-Woche in der Metall- und Elektroindustrie in Ostdeutschland im Jahr 2003 hat sie die Fahne weiter konsequent hochgehalten und bis zuletzt für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen in Ostdeutschland gekämpft.

Carmen ist ein Energiebündel, das alle mitreißt. Menschlich war sie immer zugewandt und hatte jederzeit ein offenes Ohr für die Sorgen und Anliegen aller. Es ist erstaunlich, um was sie sich alles gekümmert hat. Auch wenn es ums große Ganze ging, hat sie dabei nie die Details aus den Augen verloren.

Für unsere Geschäftsstellen Oranienburg und Potsdam und die bezirklichen Interessen war sie als ehrenamtliches Vorstandsmitglied stets eine wichtige Stimme im IG Metall-Vorstand, wo sie unseren Anliegen und Problemen stets Gehör verschafft hat. Nicht zuletzt war Carmen nicht nur eine tolle Kollegin, sondern immer auch eine wichtige Ansprechpartnerin. Das wird sie für mich auch nach ihrem Abschied aus dem Betrieb bleiben.“