Zweite aktive Mittagspause bei Metallbau Windeck

„Das Arbeitgeberangebot ist zu gering und nicht akzeptabel!“

07.07.2026 | Zwei Tage vor der zweiten Verhandlung im Metallhandwerk Berlin-Brandenburg über einen neuen Tarifvertrag haben Beschäftigte bei Metallbau Windeck in Rietz ihrer Unzufriedenheit deutlich Ausdruck verliehen. Bei ihrer zweiten aktiven Mittagspause am 7. Juli waren sich die Kollegen einig: Das bisherige Angebot der Arbeitgeberseite von nur 2,5 Prozent mehr Geld ist viel zu niedrig.

Das Angebot der Arbeitgeberseite ist nach Meinung der Kollegen bei Metallbau Windeck in Rietz viel zu niedrig. - Fotos: Volker Wartmann

Daumen hoch für die Forderungen der IG Metall.

Stefanie Jahn (links), Geschäftsführerin der IG Metall Oranienburg-Potsdam, informiert die Kollegen über die Vorteile einer Mitgliedschaft in der Gewerkschaft.

Für die Verpflegung der Kollegen mit Bockwürsten, Krakauern und Kaltgetränken hatte die IG Metall Oranienburg-Potsdam bestens gesorgt.

Nico Faupel, politischer Sekretär der IG Metall Oranienburg-Potsdam, diskutiert mit den Kollegen auf dem Gehweg vor dem Werk.

Mario Nossak (Mitte), Mitglied der Verhandlungskommission, gab seinen Kollegen einen Einblick in den Verlauf der ersten Tarifverhandlung.

Die teilnehmenden Kollegen waren sehr entschlossen. Mehrere von ihnen traten vor dem Hintergrund des mickrigen Arbeitgeberangebots vor Ort in die IG Metall ein und tragen dadurch zur weiteren Stärkung der Gewerkschaft bei.

„Das Arbeitgeberangebot ist zu gering und nicht akzeptabel. Die Erwartungen unserer Kollegen im Betrieb sind deutlich höher“, betonte Metaller Mario Nossak, der Mitglied der Verhandlungskommission ist. „Wir wollen keine Arbeitnehmer zweiter Klasse sein. Für unseren Einsatz und die Qualitätsarbeit, die wir leisten, erwarten wir auch faire Konditionen.“

Bei der ersten Verhandlung zwischen der IG Metall und dem Landesinnungsverband Berlin-Brandenburg am 30. Juni hatte die Arbeitgeberseite einen Vorschlag vorgelegt, der wie folgt aussieht:

450 Euro Einmalzahlung für die Monate Januar bis August 2026, Erhöhung der Entgelte um 2,5 Prozent ab dem 1. September 2026, Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 3,0 Prozent ab dem 1. September 2026, Laufzeit des Tarifvertrags: 12 Monate bis Ende 2026.

Die IG Metall fordert deutlich mehr: sechs Prozent mehr Entgelt, eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen und eine Entlastung der Beschäftigten mit einer finanziellen und zeitlichen Komponente. „Unsere Forderungen für die aktuelle Tarifrunde sind realistisch und notwendig“, unterstrich Stefanie Jahn, Geschäftsführerin der IG Metall Oranienburg-Potsdam.

In den vergangenen Monaten gab es bereits einige Tarifabschlüsse im Metallhandwerk, beispielsweise für Niedersachsen/Bremen, Rheinland/Rheinhessen, Sachsen-Anhalt, das Saarland und Hamburg. „Es wird Zeit, dass wir in Berlin-Brandenburg endlich nachziehen“, betonte Stefanie Jahn.

Den zweiten Verhandlungstermin haben die IG Metall und der Landesinnungsverband Berlin-Brandenburg für Donnerstag, den 9. Juli, verabredet. Am Vortag werden die Kollegen bei Hellmers Fahrzeugbau in Wittstock/Dosse den Druck noch einmal spürbar erhöhen: Im Anschluss an eine aktive Mittagspause werden sie in einen einstündigen Warnstreik treten.

 

Von: vw

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