Macht mit bei den JAV-Wahlen!

„Die JAV achtet darauf, dass die Ausbildungsqualität im Betrieb gesichert wird.“

29.09.2026 | Wenn bei Bosch-Siemens-Hausgeräte in Nauen (BSH) demnächst die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) gewählt neu gewählt wird, lässt sich Jan Gäse erneut als Kandidat aufstellen – auch wenn die Situation im Betrieb insgesamt sehr angespannt ist: Denn der Konzern wird sein einziges Werk in Ostdeutschland Ende Juni 2027 unwiderruflich schließen. Seine Motivation, warum er sich dennoch bis zur endgültigen Schließung weiterhin für seine jungen Kolleginnen und Kollegen einsetzen möchte, erklärt der 22-jährige Mechatroniker im Folgenden.

Jan Gäse hat seine Ausbildung zum Mechatroniker bei BSH in Nauen absolviert und ist bereits seit 2022 in der JAV aktiv. - Foto: IG Metall Oranienburg-Potsdam

Vorab die Frage: Wie ist die Stimmung in der Belegschaft angesichts des nahenden Endes Mitte 2027?

„Die Motivation der Kolleginnen und Kollegen ist im Keller. Ein klein wenig tröstlich ist nur, dass unser Betriebsrat einen guten Sozialplan und Interessenausgleich für uns Beschäftigte verhandeln konnte. Für viele Kolleginnen und Kollegen ist die Werkschließung hier bin Nauen aber eine Vollkatastrophe. Vor allem, wenn sie in ihrer Flexibilität eingeschränkt sind, weil sie beispielsweise ein Haus hier in der Region gebaut haben und ihre Kinder hier zur Schule gehen. Die Jüngeren sind in dieser Lage oft beweglicher, wenn es darum geht, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, womöglich auch weiter von Nauen entfernt.“

Warum kandidierst du trotz der anstehenden Schließung noch einmal für die JAV?

„Auch im letzten Dreivierteljahr geht es darum, die Ausbildungsqualität im Betrieb zu sichern und darauf zu achten, dass Gesetze und Absprachen im Betrieb eingehalten werden. Die Auszubildenden haben ja trotz der bevorstehenden Schließung des Werks Anliegen, Bedürfnisse und Sorgen. In meiner Funktion als JAVi unterstütze ich sie dabei, diese beim Betriebsrat und der Geschäftsführung einzubringen. Mein gutes Verhältnis zum Betriebsrat ist dabei sehr hilfreich.“

Welche Herausforderungen stehen in den letzten Monaten noch auf eurer Agenda?

„Wir haben als JAV in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat erreichen können, dass die Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr ihre Ausbildung nach der Schließung unseres Werks an einem anderen Standort des Unternehmens abschließen können. Damit verbunden ist für die Azubis auch die Chance, nach ihrer Ausbildung an anderen Standorten des Unternehmens weiterbeschäftigt zu werden, sofern sie das möchten. Und wie gesagt: Die Ausbildungsqualität muss bis zum letzten Tag unbedingt gewährleistet bleiben.“

Du engagierst dich ja bereits seit einigen Jahren in der JAV. Was hat dir diese Zeit persönlich gebracht?

„Ich habe in dieser Zeit eine Menge gelernt. Das Gefühl zu haben, mit Vorgesetzten auf Augenhöhe reden und verhandeln zu können, ist gut fürs Selbstbewusstsein und die Persönlichkeitsentwicklung. Ich habe als JAVi eine Menge spannender Leute kennengelernt, die meinen Horizont erweitert haben. Für mich ist klar, dass ich mich auch zukünftig weiterhin betrieblich und gewerkschaftlich engagieren möchte. Die Erfahrung in meiner Zeit als JAVi hat mir gezeigt, dass man durch Einsatz, Hartnäckigkeit und Zusammenhalt auch unter schwierigen Bedingungen Verbesserungen für die Auszubildenden und Beschäftigten erreichen kann. Das ist für mich die Motivation, mich auch in Zukunft für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen und Veränderungen zu bewirken.“

 

Wenn ihr Fragen zu den JAV-Wahlen habt oder in einem Betrieb arbeitet, in dem es bisher noch keine JAV gibt und ihr gerne eine gründen möchtet, wendet euch zwecks weiterer Informationen gerne an die IG Metall Oranienburg-Potsdam. Ansprechpartner ist Jordi Ziour. E-Mail: jordi.ziour@igmetall.de, Telefon: 03302 – 50 57 40 

 

Von: vw

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