IG Metall Oranienburg und Potsdam
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20.02.2020, 18:02 Uhr

Vertauensleutewahlen 2020

„Die Unterstützung durch die IG Metall ist für unsere Vertrauensleutearbeit sehr wichtig“

  • 03.02.2020
  • Aktuelles

Die Vertrauensleutearbeit ist bei Bombardier in Hennigsdorf noch ein ganz junges Projekt. Denn die IG Metall-Mitglieder wählten in ihrem Unternehmen erstmals im November 2019 ihre Vertrauensleute. Auf die 23 „Neulinge“ warten vielfältige Herausforderungen. Eine von ihnen ist Tanja Scholz. Sie ist froh, dass sie die IG Metall immer an ihrer Seite hat und in speziellen Seminaren fit gemacht wird für die vielfältigen Anforderungen als Vertrauensfrau.

Tanja Scholz ist seit November 2019 Vertrauensfrau bei Bombardier in Hennigsdorf. Foto: Volker Wartmann

Tanja Scholz (53) arbeitet seit 2011 bei Bombardier in Hennigsdorf. Die gelernte Industriekauffrau ist Assistentin der Geschäftsführung. Sie erzählt von ihren ersten Schritten als Vertrauensfrau:

„Wir arbeiten in einem tollen Betrieb – eigentlich. Aber Arbeitgeber und Arbeitnehmer reden viel zu wenig miteinander. Die eine Seite fordert immer nur, die andere Seite fühlt sich ständig überfordert. Mich ärgert, dass viele Kolleginnen und Kollegen darauf nur lethargisch reagieren und diese Situation einfach als gegeben hinnehmen. Wenn man sich nur als Opfer fühlt, ist man unglücklich und kann gar nicht schätzen, was man hat. Erst wenn ich das Gefühl habe, etwas ändern zu können, bin ich kein Opfer meiner Umwelt mehr, sondern bin ein Teil der Umwelt.

Ich möchte gerne Teil meiner Umwelt sein und mich deshalb für Verbesserungen in unserer Firma engagieren. Darum habe ich bei der letzten Wahl als Vertrauensfrau kandiert. Bei uns im Betrieb gibt es erst seit November 2019 IG Metall-Vertrauensleute. Das heißt, wir Vertrauensleute stehen mit unserer Arbeit erst am Anfang. Die gemeinsamen Seminare der IG Metall für Vertrauensleute sind deshalb sehr wichtig für uns.

Viele von uns kannten sich vorher nicht, weil wir fast alle in unterschiedlichen Abteilungen arbeiten und unser Betrieb mit rund 2400 Kolleginnen und Kollegen sehr groß ist. Schon nach unseren ersten Treffen bin ich frohen Mutes, dass wir gemeinsam künftig einiges in unserem Betrieb auf die Beine stellen können. Die Unterstützung durch die IG Metall ist dabei sehr wichtig für uns. Ohne die IG Metall wüsste ich nicht, wie wir das angehen sollten. Ich arbeite zum ersten Mal in meinem Berufsleben in einem so großen Betrieb und sehe, wie sinnvoll es ist, gut organisiert zu sein. Wenn wir nicht aktiv für unsere Rechte kämpfen, respektiert uns der Arbeitgeber nicht und agiert nur nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten, ohne die Menschen zu sehen, die die Arbeit leisten. Wenn wir es schaffen, künftig besser organisiert zu sein, können wir besser gemeinsam gegenüber dem Arbeitgeber agieren.

Man muss im Kleinen anfangen. Ich versuche das in meinem Bereich, sprich meiner Abteilung, in der etwa 50 Leute arbeiten. Ich habe einen ganz guten Draht zu meinen Kolleginnen und Kollegen. Ich kann gut zuhören, die Leute kommen auch zu mir mit ihren Problemen, oft privater Natur. Aber solche Probleme haben ja auch Auswirkungen auf das Arbeitsleben. Deshalb ist es wichtig, dass man darüber reden kann.

In unserer Abteilung habe ich beispielsweise gemeinsame Geburtstagsfrühstücke eingeführt, bei denen jeder etwas mitbringt, was er selbst gerne isst. Auch habe ich einen Gebärdensprachkurs für unsere hörenden Kolleginnen und Kollegen organisiert, damit sich die Hörenden besser mit einem gehörlosen Kollegen verständigen können, der seit rund einem Jahr bei uns in der Werkstatt arbeitet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fungieren als Multiplikator für das Team und haben großen Spaß an der Kommunikation mit unserem gehörlosen Kollegen. Kürzlich kam der Produktionsleiter mit dem Vorschlag, sich mal gemeinsam an einen Tisch zu setzen, damit jede und jeder Verbesserungsvorschläge einbringen kann. Auch Rollentausch wollen wir in unserer Abteilung demnächst mal ausprobieren: Das heißt, jeder übernimmt mal probehalber Aufgaben und Tätigkeiten einer anderen Kollegin oder eines anderen Kollegen. Das sind in meinen Augen gute Ansätze und ich hoffe, dass wir künftig weiter gemeinsam an unserer Kommunikation arbeiten und uns gegenseitig mehr zuhören.“


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