IG Metall Oranienburg und Potsdam
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18.08.2018, 20:08 Uhr

Kampf um Tarifbindung bei Alu-Druckguss

Erster Warnstreik bei Alu-Druckguss macht Arbeitgebern Druck

  • 02.05.2018
  • Aktuelles

Die Beschäftigten bei Alu-Druckguss in Brieselang haben am Mittwoch ein starkes Zeichen ihrer Entschlossenheit gesetzt. Mit einem Warnstreik haben die Kolleginnen und Kollegen Druck gemacht, damit endlich Bewegung in die Verhandlungen um die Tarifbindung ihres Unternehmens kommt. Drei Verhandlungsrunden waren bislang ergebnislos geblieben.

Fotos (5): IG Metall

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten des mittelständischen Automobilzulieferers die grundsätzliche Tarifbindung des Unternehmens sowie den Abschluss eines Sozialtarifvertrags.

"Es ist höchste Zeit, dass sich die Arbeits- und Einkommensbedingungen für die Kolleginnen und Kollegen verbessern", sagte Stefanie Jahn, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Potsdam. "Bessere Bedingungen fördern auch die Motivation der Belegschaft nachhaltig und tragen zu einer Befriedung der Situation im Betrieb bei."

Beschäftigte sind verunsichert
Die ist derzeit angespannt. Denn durch die Verlagerung von Maschinen nach Polen, wo das Unternehmen einen zweiten Standort hat, herrscht Verunsicherung unter den Beschäftigten. Deshalb, so Stefanie Jahn, sei auch der Abschluss eines Sozialtarifvertrags dringend notwendig. Dieser soll eine Beschäftigungssicherung, die Qualifizierung von Beschäftigten für alternative Einsatzbereiche sowie eine Vorruhestandsregelung beinhalten. "Die herrschende Unsicherheit muss endlich einer Perspektive für alle in einem gut aufgestellten Unternehmen weichen", erklärte Stefanie Jahn.

Mehr Transparenz bei den Arbeits- und Einkommensbedingungen
Bei Alu-Druckguss verarbeiten die Beschäftigten Aluminium. Sie produzieren jährlich mehr als 6,5 Millionen Druckgussteile für die Automobilindustrie. Die Einkommen liegen auf sehr niedrigem Niveau, ein strukturiertes und nachvollziehbares Entgeltsystem gibt es ebenso wenig wie eine geregelte wöchentliche Arbeitszeit oder einheitlichen Urlaubsanspruch. "Das muss dringend in einem Tarifvertrag geregelt werden", so die Erste Bevollmächtigte der IG Metall Potsdam. "Unternehmen mit Tarifbindung steigern schließlich auch die Attraktivität des Unternehmens und stärken die Kaufkraft in der Region."

Verweigerungstaktik der Arbeitgeber
In drei Verhandlungsrunden haben sich die Arbeitgeber den Forderungen der IG Metall bislang hartnäckig verwehrt. Alle Gespräche endeten trotz intensiver Diskussionen ohne jegliche Fortschritte. Die nächste Verhandlungsrunde ist auf Mittwoch, 9. Mai, terminiert. Dass die Beschäftigten bereit sind, für ihre Ziele zu kämpfen, haben sie mit ihrem ersten Warnstreik eindeutig unterstrichen.


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