IG Metall Oranienburg und Potsdam
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25.05.2022, 19:05 Uhr

1. Mai 2022 – ein Rückblick

Für Frieden, Zukunftsinvestitionen und sichere Arbeitsplätze – der 1. Mai im Bezirk

  • 03.05.2022
  • Aktuelles

Nach zwei Jahren Pandemie gehörten auch im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen die Straßen und Plätze am 1. Mai wieder Zehntausenden Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern. Mit Demonstrationen, Kundgebungen und Familienfesten setzten sie am Tag der Arbeit, dem Feiertag der Gewerkschaften, sichtbare Zeichen für Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden. Neben regionalen und nationalen Forderungen war der völkerrechtswidrige und menschenverachtende Angriffskrieg des russischen Präsidenten Wladimir Putins gegen die Ukraine eines der zentralen Themen.

"Zukunft geMainsam gestalten" - Fotos: IG Metall

Der Demonstrationszug in Potsdam

Blick in den Demozug in Potsdam

Klare Botschaft: Bildung statt Rüstung

Fronttransparent in Hennigsdorf - Foto: DGB

Gute Teilnahme beim Familienfest in Hennigsdorf - Foto: DGB

Der Demonstrationszug in Brandenburg an der Havel - Foto: DGB

Martin Bahn, BES, spricht zu den Teilnehmenden in Brandenburg an der Havel - Foto: DGB

Sonja Eichwede, Bundestagsabgeordnete SPD, beim Tag der Arbeit in Brandenburg an der Havel - Foto: DGB

„Wir fordern die Bundesregierung auf, ihre Politik ganz auf die Herstellung von Frieden in Europa auszurichten“, betonte Birgit Dietze, Bezirksleiterin der IG Metall in Berlin-Brandenburg-Sachsen, anlässlich des 1. Mai erneut. „Die IG Metall unterstützt alle Maßnahmen, die dazu beitragen, den Krieg zu beenden und Putin zu stoppen.“


Birgit Dietze warnte allerdings auch vor einem sofortigen Importstopp für russisches Gas. „Ein abrupter Stopp der Gasimporte aus Russland würde den Krieg nicht verkürzen und der deutschen Industrie und ihren Beschäftigten – und damit Deutschland als starkem Akteur in Europa – schweren Schaden zufügen." Bräche Stahlherstellern mit Gas ein Großteil der benötigten Energie weg, brächte dies nicht nur die Produktion vielerorts zum Stillstand, sondern hätte auch fatale Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt der Menschen in Deutschland. Auf allen DGB-Veranstaltungen im Bezirk war die große Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und den Geflüchteten, die in den Nachbarländern und Deutschland Schutz vor Krieg und Vernichtung gesucht haben, spürbar.

Der Bezirk in Bewegung
Überall im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen demonstrierten Kolleginnen und Kollegen unter dem Motto „GeMAInsam Zukunft gestalten“ für Investitionen in soziale Sicherheit, wirtschaftliche Stabilität und eine gerechte Lastenverteilung in Deutschland. Allein in Sachsen machten sich nur am Vormittag bei den 16 DGB-Veranstaltungen mehr als 15.000 Beschäftigte für nachhaltige Investitionen und eine vorausschauende Strukturpolitik stark, weitere Tausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer stießen am Nachmittag dazu. Auch in Berlin und Brandenburg waren Tausende auf ihren Beinen oder Rädern unterwegs, um klare Kante zu zeigen.

Der 1. Mai in Brandenburg: „GeMAInsam Zukunft gestalten“ und Arbeitsplatzabbau verhindern
In Brandenburg trafen sich Kolleginnen und Kollegen in zwölf Städten, um gemeinsam für ihre Ideale einzustehen und „GeMAInsam Zukunft“ zu gestalten. Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, sprach in Potsdam zu den Teilnehmenden auf dem Luisenplatz. Sie nahm unter anderem die gewerkschaftlichen Errungenschaften und die Bedeutung von Gewerkschaften in Krisenzeiten in den Blick. „Gerade in Krisenzeiten stehen wir Gewerkschaften eng zusammen und kämpfen erst recht für gute Bedingungen unserer Kolleginnen und Kollegen. In der Pandemie haben wir verbesserte Regelungen beim Kurzarbeitergeld und das Corona-Kinderkrankengeld erstritten“, so Nele Techen. „Vor dem Hintergrund der Auswirkungen des Krieges und falls Energielieferungen gestoppt werden, besteht weiterer Bedarf an Kurzarbeit. Ob die aktuell geltenden Verlängerungen bis 30. Juni 2022 ausreichen, erscheint fraglich.“

Neben Themen wie der Ukraine-Krieg und die Überwindung der Pandemieauswirkungen spielte bei der Kundgebung in Hennigsdorf auch der Arbeitsplatzabbau, den der Alstom-Konzern (ehemals Bombardier) plant, eine zentrale Rolle. Zahlreiche Metallerinnen und Metaller in IG Metall-Westen machten auf ihre Situation im Werk aufmerksam. Heiko Engelmann, gerade erst frisch ins Amt gewählter Betriebsratsvorsitzender beim Schienenfahrzeughersteller in Hennigsdorf, sagte: „Wir werden das nicht hinnehmen, dass im Hennigsdorfer Werk keine neuen Schienenfahrzeuge mehr hergestellt werde. Der Standort hat eine mehr als hundertjährige Tradition.“ Allerdings zeichne sich ab, dass es ab Juni eine Unterauslastung im Betrieb gebe. Die Geschäftsführung habe das seit einem Jahr gewusst, aber passiert sei nichts. „Die Belegschaft hat Angst vor Arbeitsplatzabbau, insbesondere an den Standorten Hennigsdorf und Görlitz“, sagte Heiko Engelmann.

Bundesweit hatten sich laut DGB-Angaben mehr als 200.000 Menschen an rund 400 Veranstaltungen und Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes beteiligt.