15.09.2026 | Mit jeder Menge Informationen, zahlreichen neuen Kontakten und guter Laune im Gepäck reisten die etwa 30 Teilnehmenden am Azubi-Begrüßungscamp der IG Metall Brandenburg am Sonntagmittag des 13. September aus Kagel-Möllenhorst zurück in ihre Heimatorte. Die IG Metall Oranienburg-Potsdam und die IG Metall Ostbrandenburg hatten die neuen Ausbildenden aus der Region in die IGBCE-Bildungsstätte nahe Grünheide eingeladen, um dort ein Wochenende lang gemeinsam viel Spaß zu haben und die IG Metall näher kennenzulernen.
Die Teilnehmenden waren Auszubildende von ZF und Voestalpine in Brandenburg an der Havel, Alstom in Hennigsdorf, dem Zahnradwerk in Pritzwalk sowie Arcelor-Mittal und Imperial Conpro in Eisenhüttenstadt. Geleitet wurden die Workshops von Jordi Ziour und Leon Hafki, den für die Jugendarbeit zuständigen politischen Sekretären der IG Metall Oranienburg-Potsdam und IG Metall Ostbrandenburg. Unterstützt wurden die beiden von ehrenamtlichen Metallerinnen und Metallern aus den Ortsjugendausschüssen und Jugend- und Auszubildendenvertretungen sowie zwei IG Metall-Vertrauensleuten von Arcelor-Mittal.
Und so lief das Wochenende ab: Nach der Ankunft am Freitagnachmittag des 11. Septembers stand ein erstes Kennenlernen im Mittelpunkt der Veranstaltung, das am Abend in einer ersten, gemeinsamen, langen Party in der Jugendbar der Bildungsstätte endete.
Samstagvormittag ging es mit Workshops der beiden IG Metall-Geschäftsstellen weiter, bei denen gewerkschaftliche Grundlagen auf dem Programm standen. Die Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger lernten, welche Unterschiede es zwischen Beschäftigten gibt, die unter den vorgeschriebenen gesetzlichen Mindeststandards arbeiten und denen, die unter Tarifvertragsbedingungen arbeiten. Auch der Interessensgegensatz zwischen Kapital und Arbeit, sprich zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten wurde anschaulich thematisiert. Außerdem informierten die Referenten die Neulinge über die demnächst anstehenden Tarifbewegungen. Selbstverständlich beantworteten die erfahreneren Metallerinnen und Metaller den neuen Auszubildenden auch deren vielfältige Fragen zu ihren Ausbildungen sowie ihren Rechten und Pflichten.
Nach dem Mittagessen und einer Pause ging es sportlich weiter. Bei der Camprally-Olympiade im Garten der Bildungsstätte wurden unter vier nach dem Zufallsprinzip zusammengestellten Teams die Gewinner der Gesamtwertung in den vier Disziplinen Bogenschießen, Cornhole, Fußballslalom und Leitergolf gesucht.
In dem darauffolgenden Workshop stellten die Workshopleiter den jungen Kolleginnen und Kollegen den Aufbau und die Strukturen der IG Metall-Geschäftsstellen vor Ort vor: Wie sieht der Job der hauptamtlichen Gewerkschaftsmitarbeiter aus, wofür sind Ortsjugendausschüsse und Jugend- und Auszubildendenvertretungen gut, was machen IG Metall-Vertrauensleute im Betrieb, was können Delegiertenversammlungen beschließen?
Den offiziellen Abschluss des Samstagnachmittags bildete ein Siebdruck-Workshop, bei dem sich die Teilnehmenden unter fachkundiger Anleitung ein eigenes T-Shirt und eigene Socken bedrucken konnten. Danach standen Chillen, Abendessen und eine weitere gemeinsame Party auf der Agenda.
Die zahlreichen Informationen über Aufgaben und Tätigkeitsfelder der IG Metall hat viele der Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger offensichtlich überzeugt. Von den Teilnehmenden traten die meisten, die bis dahin noch nicht Gewerkschaftsmitglied waren, an diesem Wochenende in die IG Metall ein.
Tim Leon Schmidt ist bereits seit dem ersten Tag seiner Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst bei Arcelor-Mittal in Eisenhüttenstadt Mitglied der IG Metall, aus voller Überzeugung. „Nur gemeinsam sind wir stark“, sagte der junge Metaller. „Mitglied bei der IG Metall zu sein, bringt nur Vorteile. Die Garantie auf Übernahme und die 32- beziehungsweise 35-Stunden-Woche bei Arcelor-Mittal sind Errungenschaften der Gewerkschaft, die ich cool finde.“ Der 17-Jährige fand es toll, an diesem Wochenende viele neue Leute kennenzulernen und freute sich über die gute Gemeinschaft miteinander.
Auch der 19-jährige Jan Reinicke, Mechatroniker im ersten Ausbildungsjahr bei ZF in Brandenburg an der Havel, genoss die gute Stimmung bei diesem Begrüßungscamp. „Es macht Spaß, hier dabei zu sein, alle sind entspannt und locker“, sagte Jan Reinicke. Auch er sieht viele lohnenswerte Vorteile darin, Mitglied in der IG Metall zu sein. „Wir haben gelernt, welche Vorteile Tarifverträge bringen“, sagte er. „Mehr Lohn, mehr Urlaub, Sonderzahlungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld – all das gäbe es ohne die Gewerkschaft nicht.“
Jan Ole Teichmann, ebenfalls 19 Jahre alt und Mechatroniker im ersten Ausbildungsjahr bei ZF, sagte, die Workshops hätten den Teilnehmenden bewusst gemacht, wie notwendig Tarifverträge für Beschäftigte sind, damit sie gute Arbeitsbedingungen haben. Er wünscht sich von der Gewerkschaft in der aktuellen politischen Lage, dass „sie gegen den organisierten Angriff auf erkämpfte Arbeitnehmerrechte mehr in die Offensive geht“. Jan Ole Teichmann fasste die Stimmung an diesem Wochenende wie folgt zusammen: „Kulturell und kulinarisch bin ich hier besser aufgestellt als zu Hause.“
Auch Jordi Ziour und Leon Hafki zogen am Sonntagnachmittag ein positives Fazit. „Das Begrüßungscamp war ein voller Erfolg“, sagten beide übereinstimmend. „Die neuen Auszubildenden hatten an diesem Wochenende die Gelegenheit, die IG Metall näher kennenzulernen und haben erfahren, was Gewerkschaften im betrieblichen Kontext alles machen“, sagte Leon Hafki von der IG Metall Ostbrandenburg. „Ich denke, wir konnten bei dem einen oder der anderen Begeisterung dafür wecken, aktiv bei der IG Metall mitzumachen und sich im Betrieb gewerkschaftlich zu engagieren.“
Jordi Ziour von der IG Metall Oranienburg-Potsdam resümierte: „Ich gehe davon aus, dass mit dem Azubi-Begrüßungscamp in einigen Betrieben der Grundstein für eine erfolgreiche JAV-Wahl im Herbst 2026 gelegt werden konnte.“ Viele Teilnehmende hätten die Gelegenheit genutzt, sich miteinander zu vernetzen, so Ziour. Und vor allem hätten die jungen Beschäftigten mitbekommen, dass gewerkschaftliches Engagement auch sehr viel Spaß machen kann.