19.05.2026 | Unser Sozialstaat steht unter Druck wie selten zuvor. Die IG Metall stemmt sich mit einem neuen Bündnis gegen Abbau und fordert eine gerechte Sozialpolitik für alle. Was das Bündnis konkret erreichen will – und welchen Rückhalt es dafür in der Bevölkerung gibt.
Die Angriffe werden immer aggressiver: Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Arbeitgeberinnen oder wirtschaftsnahe Politiker einen neuen Vorschlag zum Sozialabbau machen.
Einmal wollen sie das Recht auf Teilzeitarbeit beschneiden. Dann soll es am ersten Krankheitstag keine Lohnfortzahlung mehr geben. Und schließlich wollen sie alle Beschäftigten dazu verdonnern, ihre Zahnarztrechnung komplett selbst zu bezahlen.
Die Attacken haben mit der schlechten Wirtschaftslage zu tun. Vor allem aber damit, dass Arbeitgeber sich aus der Verantwortung stehlen wollen. Sie wittern eine gute Gelegenheit, um Kosten zu senken und Schutzregeln für Arbeitnehmer loszuwerden.
Die IG Metall macht dieses Spiel nicht mit.
Gemeinsam mit 13 weiteren Organisationen stemmt sie sich gegen die Angriffe auf den Sozialstaat. Das neue Bündnis vertritt gemeinsam über 20 Millionen Mitglieder, rund ein Viertel der deutschen Bevölkerung.
Ziel des Bündnisses: ein starker und zukunftssicherer Sozialstaat.
„Wer in unsicheren Zeiten auf Sozialabbau setzt, schürt Ängste und gefährdet den wirtschaftlichen Aufbruch“, sagt IG Metall-Sozialvorstand Hans-Jürgen Urban. „Unser Sozialstaat ist kein Kostenfaktor, sondern ein Wohlstandsmotor. Ein starker und solidarisch finanzierter Sozialstaat schafft die nötige Sicherheit im wirtschaftlichen Wandel und ist eine Grundlage für Produktivität und Innovation.“
Konkret fordert Urban: „Wir sagen ja zur Reform des Sozialstaats, aber Umbau darf nicht Abbau, sondern muss Ausbau heißen: Gute und gesunde Arbeitsbedingungen eine verlässliche Kinderbetreuung, eine gestärkte gesetzliche Rente, eine gute und effiziente Gesundheitsversorgung und eine würdige Pflege.
Diese Kernelemente eines zukunftsfähigen Sozialstaats sind finanzierbar: Indem sich sehr hohe Einkommen, Vermögen und Erbschaften der Solidargemeinschaft nicht länger entziehen.
Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland unterstützt diese Forderungen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die das neue Sozialstaatsbündnis beauftragt hat:
Mehr als die Hälfte der Befragten wäre bereit, höhere Beiträge zu zahlen, wenn dadurch die eigene Rente steigt. Bei der Vergabe von Facharztterminen ist eine klare Mehrheit von 77 Prozent für eine strikte Gleichbehandlung von gesetzlich und privat Versicherten.
Mehr Informationen zu der Umfrage und zu dem Sozialstaatsbündnis gibt es hier.
Quelle: IG Metall