IG Metall Oranienburg und Potsdam
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05.07.2020, 06:07 Uhr

Wirtschafts- und Strukturpolitik

Neues "prägnant" zeigt: „Niedrige Tarifbindung kommt uns alle teuer zu stehen“

  • 17.12.2019
  • Aktuelles

Eine hohe Tarifbindung ist ein wesentlicher Grundpfeiler einer gerechteren Arbeitswelt. Nur wo Tarifverträge wirken, erhalten Beschäftigte in der Regel auskömmliche Löhne, profitieren von Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, haben niedrigere Wochenarbeitszeiten als gesetzlich festgeschrieben und können ihre Belange am Arbeitsplatz mitbestimmen. Die achte Ausgabe der bezirklichen Publikationsreihe „prägnant“ ist dem Thema Tarifbindung gewidmet.

Auf fünf Seiten stellt Christoph Hahn, Bezirkssekretär der IG Metall in Berlin-Brandenburg-Sachsen, „prägnant“ dar, wie es um die Tarifbindung im IG Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen bestellt ist, welche Auswirkungen Tarifbindung für Beschäftigte hat, und was es für den Einzelnen, den Staat und die Sozialversicherungssysteme bedeutet, wenn keine Tarifbindung besteht.

Die neue Publikation zeigt, dass die Tarifbindung auch aufgrund politischer Entscheidungen – wie Liberalisierung der Leiharbeit, Möglichkeiten sachgrundloser Befristung, Minijobs und Werkverträge – in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen ist.

Gleichzeitig haben sich im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen zahlreiche Belegschaften auf den Weg gemacht, um gemeinsam mit der IG Metall mittels Tarifbindung für mehr Gerechtigkeit in ihren Unternehmen zu sorgen. Zuletzt hat die Tarifbindung zum Beispiel bei der Daimler Tochter Accumotive in Kamenz Einzug gehalten. Für die knapp 2000 Beschäftigten in Ostsachsen gilt nun ein Tarifvertrag, der ihre Arbeits- und Lebensbedingungen spürbar verbessert.

Pointiert arbeitet „prägnant“ heraus: „Tarifbindung ist kein Selbstzweck. Tarifbindung trägt zu größerer ökonomischer Gerechtigkeit bei. Tarifverträge sind ein zentrales Instrument der Umverteilung. Sie sichern Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg und zivilisieren den Interessengegensatz zwischen Kapital und Arbeit … Deutschland braucht mehr Mitbestimmung und mehr Tarifverträge für eine gerechtere Zukunft.“

Hier geht es zur achten Ausgabe von „prägnant“, dem bezirklichen Newsletter zur wirtschafts-, struktur- und sozialpolitischen Themenstellungen.