IG Metall Oranienburg und Potsdam
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19.07.2019, 14:07 Uhr

Tarifrunde Kfz-Handwerk

Skandal-Vorschlag der Arbeitgeber! Jetzt reicht es aber!

  • 20.05.2019
  • Aktuelles

Keine Lösung in Sicht: Auch die zweite Tarifverhandlung für die Beschäftigten im Brandenburger Kfz-Handwerk endete ergebnislos. IG Metall und Kfz-Arbeitgeber haben am Freitag, 17. Mai, die Angleichung der Brandenburger Einkommen an die von Berlin verhandelt. Nach vier Stunden wurden die Gespräche abgebrochen und vertagt.

Die IG Metall-Verhandlungskommission kämpft für die Angleichung der Brandenburger Einkommen an die in Berlin. Foto: IG Metall

Für die IG Metall kam diese Wendung überraschend. „Wir hätten eine Einigung erwartet, nachdem die Arbeitgeber uns beim letzten Termin im April einen durchaus verhandelbaren Vorschlag vorgelegt haben“, sagte IG Metall-Verhandlungsführer Bodo Gronzka.

Aber es kam alles ganz anders, denn die Arbeitgeber konkretisierten am Freitag ihre Vorstellungen: Sie wollten nur den Abstand von derzeit 7,6 Prozent um 2,8 Prozent verringern. Bis ins Jahr 2022. Also nur rund 67 Euro statt der 182 Euro anpassen, die die Brandenburger Gesellen auch fast 30 Jahre nach Mauerfall noch immer weniger verdienen als in Berlin.

Und das auch nur, wenn die Berliner dauerhaft auf zweimal 0,5 Prozent in der künftigen Lohntabelle verzichten! Als Angleichungsschritte schlugen sie als erstes 1 Prozent und für 2021 und 2022 dann jeweils 0,4 Prozent vor. Dafür verlangten die Arbeitgeber sogar noch einen „Überforderungsschutz“! Unglaublich!

Empört und verärgert wies die IG Metall-Verhandlungskommission diesen skandalösen „Vorschlag“ scharf zurück. „Es ist eine Frechheit, die Berliner für die berechtigte Angleichung der Brandenburger in Haftung zu nehmen und so dreist abkassieren zu wollen. Das ist mit uns unter keinen Umständen zu machen!“, erklärte Bodo Grzonka.

Nach dem Protest der IG Metall verwarfen die Arbeitgeber ihren völlig untauglichen Vorschlag. Stattdessen gab es wieder eine neue Idee. Sie wollten die Brandenburger Löhne von jetzt 92,9 bis auf 97 Prozent gegenüber Berlin anheben. Aber erst im Jahr 2028! Und die Schritte dahin sollten völlig offenbleiben. Nur 1 Prozent wollten sie am Anfang zugestehen. Das entspricht etwa 19 Euro monatlich. Wann so die 100 Prozent Anpassung an Berlin erreicht wird, steht  völlig in den Sternen.

Für die IG Metall steht fest: Die 100 Prozent müssen verbindlich festgelegt werden und zwar deutlich vor 2028. Ihr Vorschlag: Die Beschäftigten im brandenburgischen Kfz-Handwerk erhalten zu jeder Tariferhöhung zusätzlich 1,3 Prozent (rund 26 Euro) oben drauf. Damit wäre die Angleichung dann 2022/23 erreicht. Die Arbeitgeber reklamierten daraufhin, erst mit ihren Vorgesetzten reden zu müssen, um uns vor dem nächsten Treffen ein schriftliches Angebot zu machen. Die nächste Verhandlung findet am 3. Juni statt.
 

Bodo Grzonka, IG Metall-Verhandlungsführer:
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben einen gemeinsamen Tarifvertrag Berlin-Brandenburg. Nur die Löhne sind anders. 30 Jahre nach dem Mauerfall zeigen die Arbeitgeber jedoch immer noch keine Bereitschaft die Einkommen wirklich zusammenzuführen. Am Geld liegt es nicht. Sie sagten selbst, dass Geld genug da ist. Sie wollen das Billiglohngebiet Brandenburg möglichst lange konservieren. Die Menschen scheinen ihnen egal zu sein, denn für mindestens weitere zehn Jahre und länger einen Lohnabschlag vorzuschlagen, ist eine skandalöse Ohrfeige für alle Beschäftigten in Brandenburg. 182 Euro sind die Gesellenlöhne immer noch niedriger. Und das oft im gleichen Unternehmen! VW, MAN, Mercedes und ACM heißen die Unternehmen. Die Arbeitgeber disqualifizieren sich bei den jungen Menschen von selbst. Das müssen wir beenden. Es ist Zeit, jetzt aufzustehen. Wir nehmen das nicht länger hin und bereiten uns ab sofort auf harte Arbeitskämpfe vor.

 

 


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