Kundgebung im Invalidenpark in Berlin

Tausende demonstrieren für einen starken Sozialstaat

27.06.2026 | Trotz brütender Hitze um die 38 Grad haben am Samstagmittag, 27. Juni, tausende Menschen im Invalidenpark in Berlin für den Erhalt eines starken und gerechten Sozialstaats demonstriert. Mit dabei waren auch Metallerinnen und Metaller aus Berlin und Brandenburg. Zu der Kundgebung aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Sozial-, Wohlfahrts- und Umweltverbänden sowie weiteren zivilgesellschaftlichen Gruppen.

Heldinnen und Helden: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die trotz 38 Grad (im Schatten) bei der Kundgebung für einen starken Sozialstaat in Berlin dabei waren. - Fotos: Volker Wartmann

Katja Karger, Vorsitzende des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg, warnte davor, am 8-Stunden-Tag zu rütteln.

Auch Metallerinnen und Metaller aus Brandenburg zeigen klare Kante.

Die Botschaft der Demonstrierenden ist unmissverständlich: Jetzt reicht's!

Die junge Metallerin Stefani Jovanovic forderte von der Politik lebenswerte Zukunftsperpektiven für ihre Generation.

Auch die Internationalistischen Metaller:innen Berlin waren bei der Kundgebung mit dabei.

Die Protestierenden hören den Rednerinnen und Rednern aufmerksam zu.

Einzelne Teilnehmer propagierten sehr weitgehende Forderungen.

Bye bye: Wegen der großen Hitze wurde die Veranstaltungsdauer auf eine Stuunde begrenzt.

Katja Karger und Stefani Jovanovic freuten sich über die hohe Teilnehmerzahl bei 38 Grad (im Schatten).

Katja Karger, Vorsitzende des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg, warf der Bundesregierung und den Arbeitgebern vor, jeden Tag neue Grausamkeiten auf den Markt zu werfen, die massive Kürzungen der sozialen Sicherheit nach sich ziehen: Länger arbeiten, weniger Gesundheitsleistungen, sinkende Renten, steigende Pflegekosten. „Jetzt reichts“, sagte Karger. „Der Sozialstaat ist eine der besten Ideen, die wir je hatten.“ Er sei ein Schutzschild gegen die Risiken des Lebens, Garant für Teilhabe, soziale Stabilität und wirtschaftliche Stabilität, so Karger.

Die unsozialen Pläne der Bundesregierung gingen an den Bedürfnissen der arbeitenden Bevölkerung vorbei. „Was wir brauchen, sind Investitionen und keine Eingriffe in den Sozialstaat“, sagte Katja Karger. „All unsere hart erkämpften Rechte werden angegriffen, während gleichzeitig die Reichen und Vermögenden verschont bleiben. Wir sagen der Politik entschieden den Kampf an, die sich in den Dienst dieses „Klassenkampfs von oben“ stellt“, so Karger weiter. „Wir lassen nicht zu, dass Renditen auf Kosten der Beschäftigten maximiert werden und Einzelpersonen immer reicher werden. Wer auf großen Vermögen sitzt, der kann mehr tragen als die Pflegekraft im Schichtdienst. Es ist Zeit für die Vermögens- und Erbschaftssteuer.“

Karger erinnerte daran, dass auch der 8-Stunden-Tag und die 5-Tage-Woche zu den Errungenschaften des Sozialstaates gehören. Sie betonte, dass sich die Beschäftigten die Angriffe auf ihre sozialen Errungenschaften nicht gefallen lassen. „Wer den 8-Stunden-Tag schleifen will, wer die Lasten einseitig auf unsere Schultern lädt, wer Haushalte auf Kosten der Beitragszahlenden saniert, der findet in uns keinen Partner, sondern engagierten Widerstand“, sagte Karger.

Nach der Rede der Gewerkschafterin proklamierten Tausende im Chor: „Finger weg von der Rente, Finger weg von der Krankenversicherung, Finger weg von der Pflege, Finger weg vom 8-Stunden-Tag!“

Metallerin Stefani Jovanovic sagte in ihrer Ansprache vor den Protestierenden, es reiche „mit den Angriffen auf unser Arbeitsleben, unser Privatleben und unsere Zukunft“. „Wir leben in einer Zeit, in der wir produktiver sind denn je, die Profite ins Unermessliche steigen, aber die Arbeitsbedingungen immer schlechter werden“, so Jovanovic und fragte: „Wo ist die Erleichterung? Wir brauchen soziale Sicherheit, gute Arbeit, gesundes Leben und vernünftiges Wohnen.“ Von der Politik forderte die junge Gewerkschafterin eindringlich: „Gebt uns gesunde Arbeitsbedingungen, gebt uns eine Zukunftsperspektive ohne Krieg, gebt uns eine Rentenperspektive, gebt uns ein Leben, das wir leben können und nicht überleben müssen.“

 

Von: vw

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