Sechster Warnstreik im Zahnradwerk Pritzwalk

„Unsere Geduld ist am Ende, Arbeitgeber! – Kommen Sie endlich zurück an den Verhandlungstisch!“

18.06.2025 | Die Beschäftigten im Zahnradwerk Pritzwalk legten am Mittwoch, 18. Juni, zwischen 11.30 und 14.00 Uhr zum wiederholten Mal die Arbeit nieder: Mit ihrem bereits sechsten Warnstreik in der aktuellen Tarifrunde sendeten sie eine letzte Warnung an ihren Arbeitgeber, der seit einem dreiviertel Jahr den Abschluss eines Tarifvertrages mit einer angemessenen Entgelterhöhung blockiert.

Am sechsten Warnstreik im Zahnradwerk Pritzwalk am 18. Juni beteilitgten sich nahezu alle Kolleginnen und Kollegen der Früh- und der Spätschicht. - Fotos: IG Metall.

Am Frittenmobil der IG Metall gab es Pommes frites ohne Ende für alle.

Die Botschaft Richtung Arbeitgeber ist unmissverständlich: Ohne Tarif? Ohne uns!

Warnstreik einmal anders: Bei einem kleinen Bogenturnier auf dem Parkplatz vor dem Werk spielten die Zahnradwerker um den "We-love-Tarif-Preis".

Zahlreiche Kollegen entwickelten beim Bogenschießen sportlichen Ehrgeiz.

Die treffsichersten Teilnehmer bekamen am Ende des Bogenturniers selbstverständlich nicht nur Ruhm, sondern auch Medaillen.

Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich die Kolleginnen und Kollegen der Früh- und der Spätschicht ab 11.30 Uhr vor dem Frittenmobil der IG Metall auf dem Parkplatz vor dem Werk, um sich dort mit der einen oder anderen Portion Pommes frites zu stärken. Anschließend ermittelten sie in einem Bogenturnier den Sieger des „We-love-Tarif-Preises“.

„Die Geduld der Beschäftigten im Zahnradwerk Pritzwalk ist am Ende“, sagte Anne Borchelt, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Oranienburg-Potsdam und Verhandlungsführerin der IG Metall bei den Tarifverhandlungen im Zahnradwerk Pritzwalk. „Die Kolleginnen und Kollegen haben die Hinhaltetaktik ihres Arbeitgebers endgültig satt. Sie sind kampfbereit und fordern schon bald eine Urabstimmung, in der sie über einen unbefristeten Streik abstimmen wollen.“

Borchelt richtete deshalb einen unmissverständlichen Appell an die Arbeitgeberseite. „Kommen Sie endlich zurück an den Verhandlungstisch. Wir wollen eine gütliche Lösung“, sagte Borchelt. Sie stellte aber auch unmissverständlich klar: „Tarifflucht wird von uns nicht akzeptiert.“

Seit mehr als drei Monaten verweigert der Arbeitgeber jegliches Gespräch mit der IG Metall. „Das Verhalten des Arbeitgebers ist für die Beschäftigten im Zahnradwerk Pritzwalk absolut inakzeptabel. Wenn das Zahnradwerk als Arbeitgeber attraktiv sein will, sollte der Arbeitgeber endlich deeskalieren und seine Blockadehaltung schleunigst aufgeben“, sagte Anne Borchelt. „Fachkräfte haben für ihre gute Arbeit eine entsprechende Wertschätzung und deutlich mehr als den Mindestlohn verdient“, so Borchelt. „Die Pritzwalker Zahnradwerkerinnen und Zahnradwerker haben das Recht auf einen rechtssicheren Tarifvertrag und eine faire Bezahlung, die zum Leben reicht.“

Wer heute eine Ausbildung im Zahnradwerk beginne, für den sei Altersarmut angesichts der schlechten Bezahlung vorprogrammiert, warnte Borchelt und betonte: „Ohne eine Zukunftsperspektive für die Beschäftigten wird es dem Zahnradwerk als Arbeitgeber nicht gelingen, langfristig Fachkräfte zu binden.“

Gute Arbeit brauche gute Löhne, unterstrich Anne Borchelt. „Gute Löhne stärken die Kaufkraft in der Region und ermöglichen allen hier in Pritzwalk ein gutes Miteinander“, so Borchelt. Sie betonte: „Unternehmer tragen Verantwortung, nicht nur für ihre Umsätze, sondern auch für ihre Beschäftigten, die die Produkte mit ihrem Know-how und ihrer Expertise herstellen.“ Jeder und jede von ihnen habe es verdient, fair behandelt zu werden, so Borchelt.

„Die Beschäftigten im Zahnradwerk kämpfen für einen fairen Lohn, der ihnen und ihren Familien eine gute Teilhabe ermöglicht und der auch perspektivisch für ein gutes Leben reicht“, sagte Anne Borchelt zum Abschluss ihrer Rede. „Sie verlangen faire Arbeitsbedingungen für ihre Facharbeit und ihre Flexibilität, die ihnen abverlangt wird – nicht mehr und nicht weniger.“

 

Von: vw

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