31.08.2026 | Im Oktober und November sind jugendliche Beschäftigte bis 18 Jahre sowie Auszubildende und dual Studierende in zahlreichen Betrieben in der Region dazu aufgerufen, ihre Vertreterinnen und Vertreter für die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) für die kommenden zwei Jahre neu zu wählen. Julius Flaccus kandidiert bei Alstom in Hennigsdorf für seine Wiederwahl in das fünfköpfige Gremium. Bei Alstom in Hennigsdorf wird die JAV-Wahl vorgezogen und findet bereits am 9. September statt. Warum sich Julius Flaccus in der JAV engagiert, erläutert er im folgenden Interview.
Julius, was motiviert dich, ein weiteres Mal für die Jugend- und Auszubildendenvertretung zu kandidieren?
„Mir ist es ein Anliegen, die Interessen der jungen Beschäftigten bei uns im Betrieb zu vertreten. Es ist sehr befriedigend, wenn ich meinen jungen Kolleginnen und Kollegen bei Fragen, Sorgen oder Schwierigkeiten weiterhelfen kann. Als überzeugter Gewerkschafter habe ich ein gutes Verständnis für die Rechte, die Beschäftigte haben. Das möchte ich gerne weitergeben und teilen. Nur gemeinsam können wir Verbesserungen erreichen.“
Welches sind die wesentlichen Aufgaben der JAV?
„Eine der wesentlichen Aufgaben der JAV besteht darin, die Ausbildungsqualität im Betrieb zu sichern und zu verbessern. Außerdem achtet die JAV darauf, dass Tarifverträge und Gesetze im Betrieb eingehalten werden. Wenn ich die Horrorgeschichten aus manch anderen Betrieben höre, kann ich sagen, dass die Qualität der Ausbildung bei uns ganz schön gut ist. Dennoch fallen für die JAV natürlich Aufgaben aus dem Tagesgeschäft an, wenn Auszubildende und dual Studierende kleine Probleme haben, zum Beispiel bei der Bestellung von Arbeitskleidung.“
Wie profitieren Auszubildende davon, dass sie eine starke Interessenvertretung im Betrieb haben?
„Die JAVis kennen ihren Betrieb in der Regel ziemlich gut. Wenn Auszubildende bei Fragen zu Arbeit und Ausbildung haben, können JAVis ihnen in der Regel gut weiterhelfen. Und wenn nicht, können sie ihnen kompetente Kolleginnen und Kollegen im Betriebsrat vermitteln, die ihnen weiterhelfen können.“
Welche Themen stehen euch in der nächsten Zeit auf der Agenda?
„Bei uns wird demnächst die Übernahmeregelung für Auszubildende neu verhandelt. Für uns ist es wichtig, dass alle, die nach ihrer Ausbildung im Unternehmen bleiben wollen, auch übernommen werden. Dafür werden wir mit der Geschäftsführung um eine entsprechende, verbindliche Vereinbarung ringen. In dieser Angelegenheit hat auch die Gesamt-Jugend- und Auszubildendenvertretung bei Alstom ein gewichtiges Wort mitzureden.“
Wie läuft die Vorbereitung der JAV-Wahlen bei euch im Betrieb?
„Bei Betriebsrundgängen und Versammlungen sprechen wir die Auszubildenden an und informieren sie darüber, dass demnächst Wahlen anstehen. Wir versuchen, unsere jungen Kolleginnen und Kollegen zu motivieren, dabei mitzumachen. Bei uns im Betrieb ist es nicht einfach, Kandidatinnen und Kandidaten für die JAV zu finden. Dabei bringt das Engagement in der JAV nicht nur für die persönliche Weiterentwicklung etwas. JAVis müssen nach der Ausbildung prinzipiell übernommen werden. Die meisten der rund 50 Auszubildenden bei uns sind dual Studierende. Die sind oft nicht zur gleichen Zeit im Betrieb, sodass wir meist nicht gleichzeitig vor Ort und bei Versammlungen leider nie vollzählig sind.“
Was hat es dir persönlich gebracht, dich in der JAV zu engagieren?
„Mir hat mein Engagement in der JAV persönlich viel gebracht. In meiner Funktion als JAVi konnte ich den Betrieb sehr gut kennenlernen und zahlreiche Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen knüpfen. Vor allen Dingen die direkten Kontakte zum Betriebsrat sind für mich sehr hilfreich. Als JAVi konnte ich einige Weiterbildungen besuchen, in denen ich viel lernen konnte, beispielsweise über Arbeitsrecht. Als JAVi lernt man organisieren und eigenständig zu arbeiten, zum Beispiel Sitzungen inhaltlich vorzubereiten. In meiner Funktion als JAVi habe ich auch gelernt, vor Leuten zu sprechen. Zu wissen, das zu können, ist sehr gut fürs Selbstbewusstsein.“
Wenn ihr Fragen zu den JAV-Wahlen habt oder in einem Betrieb arbeitet, in dem es bisher noch keine JAV gibt und ihr gerne eine gründen möchtet, wendet euch zwecks weiterer Informationen gerne an die IG Metall Oranienburg-Potsdam. Ansprechpartner ist Jordi Ziour. E-Mail: jordi.ziour@igmetall.de, Telefon: 03302 – 50 57 40