IG Metall Oranienburg und Potsdam
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02.07.2022, 05:07 Uhr

Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 2018

Zweiter Warnstreik bei ZF Getriebe in Brandenburg/Havel

  • 10.01.2018
  • Aktuelles, Vor Ort

Knapp eine Woche, nachdem ZF den bezirksweiten Auftakt zu Warnstreiks gemacht hat, kam es am Mittwoch, 10. Januar, zum zweiten Warnstreik beim Getriebehersteller in Brandenburg/Havel. Redner der Kundgebung war neben anderen Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall aus Frankfurt am Main.

Zweiter Warnstreik der Beschäftigten bei ZF in Brandenburg/Havel

Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall - Fotos (2): IG Metall

Noch mehr Beschäftigte als beim ersten Warnstreik vor knapp einer Woche, als 500 Metallerinnen und Metaller, ein erstes deutliches Zeichen ihrer Entschlossenheit gesetzt haben, traten vor dem Werktor des Auto-Getriebeherstellers in Brandenburg für ihre Forderungen ein.

Die IG Metall fordert 6 Prozent mehr Geld für zwölf Monate und Wahloptionen für moderne Arbeitszeitmodelle. Darüber hinaus strebt die IG Metall eine Verhandlungsverpflichtung über die Angleichung der Arbeitszeiten zwischen Ost und West an.

"Endlich diese letzte Mauer überwinden"

 "Mit diesem schnellen zweiten Warnstreik unterstreichen wir unsere Forderung nach einer Ostangleichung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden", sagte Stefanie Jahn, Erste Bevollmächtigte der Geschäftsstellen Potsdam und Oranienburg. "Die vielen jungen Fachkräfte kennen kein geteiltes Deutschland und wollen diese letzte Mauer endlich überwinden. Auch bietet das den befristeten Beschäftigten eine langfristige Absicherung und Perspektive."

Wolfgang Lemb forderte deutlich verbessertes Angebot der Arbeitgeber

Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, erklärte: "2 Prozent für 15 Monate sind mickrig und nicht angemessen." Die IG Metall fordere deshalb, angesichts der hervorragenden wirtschaftlichen Situation und der sprudelnden Unternehmensgewinne in der Branche die Arbeitgeber auf, in der dritten Verhandlungsrunde ein deutlich verbessertes Angebot vorzulegen.

Bezogen auf die Arbeitszeitforderungen der Gewerkschaft sagte Lemb: "Wir wollen gesellschaftlichen Fortschritt. Flexibilität ist keine Einbahnstraße. Wir wollen Arbeitszeiten, die zum Leben passen und die Bedürfnisse der Beschäftigten besser berücksichtigen." Lemb verwies noch mal auf die Forderung nach einem individuellen Recht, die Arbeitszeit für bis zu 24 Monate auf bis zu 28 Stunden zu verkürzen. Lemb betonte: "Dies gilt für West und Ost gleichermaßen. Und wenn die Arbeitgeber heute den Fachkräftemangel der Zukunft beklagen, sollten sie moderne Arbeitszeitregelungen nicht blockieren, sondern gestalten."

Berichterstattung

Märkische Allgemeine, 10.1.2018