IG Metall Oranienburg und Potsdam
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30.11.2021, 03:11 Uhr

35 reicht!

Beschäftigte bei Mahle setzten sichtbares Zeichen für die Angleichung der Arbeitszeit Ost an das Westniveau

  • 22.10.2018
  • Aktuelles, Video

"35 reicht!" Groß, weiß, deutlich und für jedermann sichtbar haben die Mahle-Beschäftigten der Frühschicht in Wustermark noch in der Dunkelheit ein Zeichen gesetzt. Ihre Botschaft: Die Angleichung der Wochenarbeitszeit Ost an die im Westen Deutschlands übliche 35 Stundenwoche ist mehr als überfällig.

Die Mahle-Beschäftigten haben sichtbar gemacht, was sie fordern. Fotos (4): IG Metall

Eine neue Ausgabe der metallnachrichten informiert über den Prozess der Angleichung.

Die IG Metall verhandelt derzeit mit dem Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin-Brandenburg VME einen Fahrplan zur Umsetzung der Angleichung für die brandenburgischen Betriebe. Am Freitag, 19. Oktober, hatte die IG Metall den Arbeitgebervertretern in Berlin ihr Konzept übergeben. Mit einem differenzierten und flexiblen Einführungsmodell der 35-Stunden-Woche im Osten hat die IG Metall einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, der auf unterschiedliche Leistungsfähigkeiten der Betriebe Rücksicht nimmt.

28 Jahre nach der Wiedervereinigung arbeiten die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie im Osten pro Jahr immer noch rund einen Monat länger als im Westen. Vor dem Hintergrund einer spürbar veränderten Arbeitsmarktsituation müssen Unternehmen attraktive Arbeitsbedingungen anbieten, um Nachwuchs- und Fachkräfte zu binden. Produktivität im Zeitalter der Industrie 4.0 entwickelt sich nicht durch überlange Arbeitszeiten, sondern durch intelligente Arbeitszeitmodelle, die familien- und gesundheitsgerecht sind.

„Fast 29 Jahre nach Mauerfall ist es niemandem mehr zu vermitteln, warum Kolleginnen und Kollegen aus einem Konzern für das gleiche Geld im Osten drei Stunden mehr arbeiten müssen als Beschäftigte im Westen“, erklärte Stefanie Jahn, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Potsdam-Oranienburg. „Die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben setzen mit ihren Aktionen ein deutliches Zeichen in Richtung Arbeitgeber. Ihnen muss klar sein, dass es jetzt nicht mehr darum geht, ob die Angleichung der Arbeitszeit kommt, sondern nur noch wie und wann.“

Mit betrieblichen Aktionstagen setzen sich die Beschäftigten – wie bei Mahle bereits am Montag in aller Frühe – vom 22. bis zum 24. Oktober in den Betrieben nachdrücklich für ihre Forderung ein.

Ausführlich berichtet eine neue Ausgabe der metallnachrichten über den laufenden Prozess der Arbeitszeit-Angleichung.

 

Berichterstattung
Märkische Allgemeine, 22. Oktober 2018