IG Metall Oranienburg und Potsdam
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02.06.2020, 20:06 Uhr

Petition der IG Metall Jugend

Unterstützt die Jugendforderung für Sicherstellung guter Ausbildung auch in der Corona-Krise!

  • 14.04.2020
  • Aktuelles

Der sichere Abschluss der beruflichen Ausbildung muss auch in Krisenzeiten Priorität haben. Die Gewerkschaftsjugend stellt klare Forderungen an die Politik, die Arbeitgeber und weitere Akteure der beruflichen Bildung.

Dazu gehört zuallererst die Weiterführung der Ausbildung. Kurzarbeit kann in den meisten Fällen durch einfache, manchmal auch durch kreative Maßnahmen umgangen werden. Ausbildern und Auszubildenden muss die Möglichkeit gegeben werden, gemeinsam weiter an dem Ausbildungsziel zu arbeiten. Eine Unterbrechung der Ausbildung für mehrere Wochen oder sogar auf nicht absehbare Zeit ist mit allen Mitteln zu vermeiden. Mehr dazu unter anderem in unseren Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ).

Ebenfalls darf nicht an der Ausbildungsvergütung gespart werden. Auszubildende sind durch den §19 des BBiG geschützt und können somit ihre Existenz sichern. Arbeitgeber fordern die Aufhebung dieses Paragraphen für die Zeit der Krise. Wir stellen uns dem entgegen und fordern die Sicherung der Fortzahlung der Ausbildungsvergütung auch in Krisenzeiten und bei Betriebsschließungen.

In der Verantwortung stehen die Ausbildungsbetriebe, aber auch weitere Akteure der beruflichen Ausbildung, wie die Berufsschulen, die IHK und HWK, Ministerien, der Senat und die Verantwortlichen der Politik auf Bundesebene. Die Adressaten der Petitionen sind breit gefächert. Die Gewerkschaftsjugend fordert ein schnelles Handeln und eine gute Absprache zwischen den Verantwortlichen. Nur gemeinsam kann es gelingen, gute und nachhaltige Regelungen für Auszubildende und dual Studierende zu finden.

Das Ende der Ausbildung darf nicht zu einer Zitterpartie werden. Feste Regelungen für Prüfungszulassungen und Ausbildungsverlängerungen bei Prüfungsverschiebungen oder dem Wegfall der Zwischenprüfungen sind ebenso wichtig, wie der Erhalt von Übernahmeregelungen.

Neben der finanziellen Sicherheit und einer sicheren beruflichen Zukunftsperspektive fordern wir ebenfalls für kommende Generationen von Auszubildenden und dual Studierenden Sicherheiten. Der Ausbildungsmarkt bildet die Basis für den Fachkräftenachwuchs von morgen und muss daher stabil bleiben.

Auch Studierende und junge Beschäftigte müssen existentiell abgesichert werden und finden in den Forderungen einen Platz.

Die IG Metall Jugend formuliert fünf konkrete Punkte:

  • Punkt 1: Weiterführung der Ausbildung in der erforderlichen Qualität sichern.
    Kurzarbeit für Auszubildende ist das letzte Mittel. Wir fordern, dass die betriebliche Ausbildung mit aller Kraft aufrechterhalten bleibt.
  • Punkt 2: Erfolgreichen Abschluss in der Ausbildung/dem dualen Studium sicherstellen
    Alle Auszubildenden müssen die Möglichkeit haben, ihre Abschlussprüfung erfolgreich abzulegen. Auszubildende, deren Abschlussprüfungen so verschoben wurden, dass ihr Ausbildungsvertrag vor Ablegen der Prüfung abläuft, benötigen dringend eine Verlängerung. Dafür muss die Bundesregierung §21 BBiG entsprechend anpassen. Weiterhin muss die Zwischenprüfung als Zulassungsvoraussetzung für die Abschlussprüfung ausgesetzt werden, weshalb wir eine Änderung in §43 BBiG fordern!
  • Punkt 3: Fortzahlung der Ausbildungsvergütung
    Wir fordern, dass Auszubildende und dual Studierende über die gesamte Dauer der Krise ihre volle Ausbildungsvergütung erhalten. Eine Kürzung der Vergütung, die jetzt schon kaum zum Leben reicht, ist nicht akzeptabel. Wir fordern daher die Politik auf, §19 BBiG unangetastet zu lassen. Von den Arbeitgebern erwarten wir die volle Aufstockung der Vergütung auch nach der vom BBiG vorgesehenen sechs Wochen.
  • Punkt 4: Übernahme sichern
    Diese Krise wird vorübergehen. Dann werden wir als Fachkräfte gebraucht. Wir fordern die Arbeitgeber auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und alle Auszubildenden auch in diesem Krisenjahr zu übernehmen.
  • Punkt 5: Ausbildungsplätze 2020/2021 sichern
    Wir fordern, dass trotz dieser Krise keine geplanten Ausbildungsplätze abgebaut werden. Der vielzitierte Fachkräftemangel wird nach der Krise weiterhin bestehen und es werden dringender denn je qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gebraucht. Wir fordern die Arbeitgeber auf, statt kurzfristiger Profitmaximierung langfristig und nachhaltig zu denken. Das bedeutet auch Ausbildung zu ermöglichen!

Für eine sichere Ausbildung benötigen wir Unterstützung – unterzeichne jetzt die Petition:

Petition der IG Metall Jugend
Petition der DGB Jugend