IG Metall Oranienburg und Potsdam
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02.07.2022, 03:07 Uhr

Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 2018

Zweiter Warnstreik bei Heidelberger Druckmaschinen

  • 16.01.2018
  • Aktuelles, Vor Ort

Rund 300 Beschäftigte der Heidelberger Druckmaschinen in Brandenburg/Havel haben den Druck mächtig erhöht. Nur wenige Tage nach ihrem ersten Warnstreik legten die Kolleginnen und Kollegen am Dienstag zum zweiten Mal vorübergehend ihre Arbeit nieder, um den Arbeitgebern vor Beginn der dritten Verhandlung zu signalisieren, dass sie sich endlich bewegen müssen.

Foto: IG Metall

Erneut haben sich die Metallerinnen und Metaller, diesmal die der Frühschicht, vor dem Werktor lautstark hinter ihre Forderungen gestellt. Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie 6 Prozent mehr Geld für zwölf Monate und Wahloptionen für moderne Arbeitszeitmodelle. Darüber hinaus strebt die IG Metall eine Verhandlungsverpflichtung über die Angleichung der Arbeitszeiten zwischen Ost und West an.

"Es ist niemandem mehr zu vermitteln, warum 28 Jahre nach der Wende immer noch ungleiche Verhältnisse herrschen, warum im Osten für das gleiche Geld Woche für Woche drei Stunden länger gearbeitet werden müssen als im Westen", rief Stefanie Jahn, Erste Bevollmächtigte der IG Metall-Geschäftsstellen Oranienburg und Potsdam, den warnstreikenden Kolleginnen und Kollegen zu. "Darüber müssen wir endlich reden, damit die Ungleichbehandlung endlich ein Ende hat."

35-Stunden-Woche ist aus gesundheitlichen Gründen ein Muss

Die Realität in puncto Arbeitszeit sieht indes bei Heidelberger Druckmaschinen derzeit gänzlich anders aus. Es gibt viel zu tun aktuell. Selbst eine 43-Stunden-Woche wäre mit Genehmigung des Betriebsrats möglich – 20 Überstunden pro Monat. Betriebsratsvorsitzender Sven Hutengs forderte mehr Personal, um die anfallende Arbeit zu bewältigen. Zuletzt hat der Betriebsrat die Überstundenanträge der Geschäftsleitung abgelehnt, weil die viele Arbeit nicht auf dem Rücken der beschäftigten oft älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgetragen werden darf. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten liegt bei Heidelberger Druckmaschinen bei Anfang 50. Gerade aus gesundheitlichen Gründen sei die 35-Stunde-Woche ein Muss, erklärte Sven Hutengs.

Die dritte Verhandlungsrunde für Berlin und Brandenburg findet am Freitag, 19. Januar, in Berlin statt.

Weitere Bilder zu den Warnstreiks findet Ihr im Internet